Wissenswertes

Klöppeln – eine erzgebirgische Tradition im Altenburger Land

Geht man zurück auf die Ursprünge des Klöppels, stößt man unweigerlich auf den Namen Barbara Uttman oder auch Uthmann, die im 16. Jahrhundert in Annaberg im Erzgebirge angesehen war und heute noch verehrt wird. 

Allerdings ist im Zusammenhang mit den Klöppelspitzen ihr wirklicher Einfluss nicht geklärt. So erfährt man aus historischen und aus neueren Werken über diese Tradition verschiedene Ausführungen. Zum einen heißt es, Barbara Uttman hätte das Klöppeln erfunden, anderswo wird erzählt, sie hätte es von emigierten Auswanderern aus Flandern gelernt. Sie wäre lediglich an der Verbreitung dieser Kunst beteiligt gewesen. Meist wird dabei Bezug auf das Leben der Barbara Uttmann genommen oder man berichtet über ihr Wirken als Geschäftsfrau im Herstellen und Handeln mit Spitzenborten. Unter anderem stützen sich die Autoren dabei auf die "Annaberger Chronik" (Annaebergae Misniae urbis historia  - 1605 -) von Paul Jenisch, der Barbara Uttmann noch erlebt haben muss. 

Jedoch könnte eine Passage aus dem Werk „Geschichte der Technologie“ Band 1, geschrieben von Johann Heinrich Moritz von Poppe (erschienen 1807) zum Nachdenken anregen. Dort heißt es:

"Die Barbara, … , soll vielen Nachrichten zu Folge … das Spitzenklöppeln erfunden und diese Kunst durch ihre zahlreiche weibliche Nachkommenschaft immer weiter in dem Erzgebirge verbreitet haben.“

Das lässt ja nun die Überlegung zu, dass Mutter Barbara mit ihren sechs Töchtern und eventuell auch den zahlreichen Enkelinnen abends in familiärer Runde ganz privaten Interessen nachgegangen ist (welches womöglich keinen Einzug in die offizielle Geschichtsschreibung gefunden haben muss). Und wer weiß, ob das uns bekannte Klöppeln auf diese Weise entstanden ist?

Bildquelle:
pictura paedagogica online